Technik
Motor
Bei dem Motor der P 200 E handelt es sich um einen liegend eingebauten 198ccm-2-TaktMotor mit 10 PS, der mit dem Getriebe verblockt ist und das Hinterrad direkt antreibt. Dieser Motor ist für seine Zuverlässigkeit berühmt und sollte bei schonender Behandlung ( warmfahren!) viele tausend Kilometer problemlos halten. Der einzige bekannte Schwachpunkt ist das Schaltkreuz des Getriebes, welche evt. bei ca. 100.000 km erneuert werden muss.
Der Motor wird von einem 24er DellOrto-Fallstromvergaser beatmet, dere in einer separaten Wanne direkt auf dem Einlasskanal des Motors sitzt. In diese Wanne wurde bei den PX-Modellen die Getrenntschmierung integriert, die aber von vielen Fahrern wieder stillgelegt wurde: neben ungenauer Dosierung bestand bei der Getrenntschmierung immer die Gefahr des Kolbenklemmers, wenn der Antriebsriemen der Ölpumpe riss oder schlicht kein Öl mehr im Vorratstank war.
Das Gemisch wird dem Zylinder über das Drehschieber-Prinzip zugeführt, wobei eine der beiden Kurbelwangen die Zufuhr des Gemisches in den Verbrennunsgraum steuert. Das 1:50-Gemisch kann mit den modernen Motorölen auch weiter abgemagert werden, 1:55 oder 1:60 stellen kein großes Problem dar, die Anwendung gechieht aber ausdrücklich auf eigene Gefahr!
Die P200E verfügt als 2tes Modell der Vespa-Baureihe über eine elektronische Zündung, die meist problemlos arbeitet, im Schadensfall aber ein größeres Loch in dien Haushalt reisst. Die 12-Volt -Anlage versorgt nur bei laufendem Motor Vorder- und Rücklicht, bei stehendem Motor funktionieren nur Blinker und Hupe, welche von der Batterie gespeist werden, die unter der linken Abdeckung im Zentrum des Reserverads sitzt.
Karosserie und Fahrwerk
Die heutigen Modelle haben mindestens 25 Jahre auf dem Buckel, was sich häufig im Zustand der Karosserie niederschlägt. Sollten Sie auf der Suche nach einer P 200 E sein so achten Sie unbedingt darauf, dass das Bodenblech nicht durchgerostet ist. Die Instandsetzung ist aufwändig und die TÜV-Abnahme mit durchgerostetem Bodenblech ist ein Problem.
Bei gepflegteren Exemplaren sollten Sie auf jeden Fall alle Roststellen entfernen und dabei auch unbedingt einen Blick auf die Federbeinaufnahme werfen. Dafür müssen Sie den Motor absenken und das Federbein abbauen, was nur durch Demontage des Tanks gelingt. Wenn Sie den Motor bereits ausgebaut haben dann lösen Sie gleich die Schraube,die durch den Motorblock geht und den Auspuff auf der linken Seite hält: reisst die Schraube jetzt ab dnn können Sie sie einfach ausbohren.
Doe Ersatzteipreise liegen auf erfreulich niedrigem Niveau, fast alle Teile sind zu bekommen. Von den verschiedenen Nachbauten werden Sie wahrscheinlich enttäuscht sein, wenn Sie die Qualität der originalen Piaggio-Teile kennen: fast alle Teile die der Autor bisher bei den bekannten Rollershops bestellt hat erwiesen sich als qualitativ wesentlich minderwertiges als das Original.
Auspuff
Ein dauerndes und leidiges Thema bei dem vor allem jugendlichen Vespafahrer ist Motortuning über den Auspuff. Es befindet sich eine unüberschaubare Anzahl von Anlagen auf den Markt, von denen der größte Teil keine ABE besitzt. Die versprochene Leistungssteigerung ist nur zu erreichen, wenn gleichzeitig andere Komponenten des Motors bearbeitet werden, in erster Linie Vergaser, aber auch das Motorinnenleben. Der originale Auspuff geniesst einen sehr guten Ruf und muss daher wirklich nur bei größeren Zielen jenseits von 20PS getauscht werden.
Wer sich eine Vespa zum Schnellfahren kauft der solte sie lieber verkaufen und sich was richtig schnelles beschaffen, z.B. ein Motorrad. Die Vespa ist und bleibt mit dem originalen Auspuff (ca. 65 Euro) oder eine Nachbau (ca. 40 Euro) ein zuverlässiges Vehikel mit Charme und Witz, das seine großen Vorteile vor allem im innerstädtischen Verkehr ausspielt.